Am Montag, den 28.04.2008, konnte die SR-Gruppe Freising im Rahmen der Pflichtversammlung den BFV-Präsident und DFB-Vize-Präsident Dr. Rainer Koch begrüßen. Über diesen hohen Gast sehr erfreut, konnte Dr. Rainer Koch ausführlich über aktuelle Themen im Bereich des DFB, des BFV und den jeweiligen Verknüpfungen mit dem Schiedsrichterwesen berichten.
Sein Augenmerk legte Dr. Rainer Koch dabei zunächst auf die vergangenen erfolgreichen Jahre im Bereich des BFV und der Weltmeisterschaft im Jahr 2006 in Deutschland. Dabei stellte er genauso auf den Profibereich wie auf den Amateurbereich ab und betonte, dass zum Fußball genauso der Leistungssport wie der Freizeitsport gehöre.

Hocherfreut über den Ehrengast: v.l.:
Spielleiter Wilfried Beier, GSO Benjamin Heigl,
GSA Andreas Hornberger und BFV-Präsident und DFB-Vize Präsident Dr. Rainer Koch
Den Fokus richtete Dr. Rainer Koch allerdings auf Ordnung und Recht am Fußballplatz und den damit verbundenen Aufgaben und Konsequenzen für die Schiedsrichter. Von den Unsitten der Beleidigungen auf dem Fußballplatz, über Ausschreitungen, Krawallen, diskriminierenden und rassistischen Vorfällen bis hin zu Tätlichkeiten gegenüber dem Schiedsrichter, nahm Dr. Rainer Koch Stellung. Er verdeutlichte dabei, dass ihm der Schutz aller Schiedsrichter persönlich am Herzen liegt und es im BFV null Toleranz bei verbalen und vor allem körperlichen Angriffen gegenüber Schiedsrichter geben wird.
Dabei forderte er aber auch die Schiedsrichter auf konsequente Spielleitungen an den Tag zu legen und bei Spannungen bereits präventiv einzugreifen und bereits auf Provokationen seitens der Spieler zu achten und reagieren, um somit das Revanchefoul oder den tätlichen Angriff bereits im Vorfeld im Keim zu ersticken. Sollte es dennoch zu Tätlichkeiten kommen, sicherte Dr. Rainer Koch den versammelten Schiedsrichtern den uneingeschränkten Schutz der Sportgerichtsbarkeit zu.
Dabei ging er näher auf die Sportgerichte in Bayern ein, die die Vorfälle auf den Sportplätzen sachnah, kommunikativ und zeitnah entscheiden können und so für mehr Akzeptanz, Rechtssicherheit und Gleichbehandlung sorgen. Dabei stellte er die Vorgehensweise der Sportgerichte dar und das diese nur nach dem vorgebenen Bericht des Schiedsrichter und der Gegendarstellung des Vereins urteilen können. Je besser und genauer ein Bericht geschrieben ist, umso ein besseres und klareres Bild kann sich auch die Sportgerichtsbarkeit von den Vorfällen auf dem Spielfeld machen.
Veranschaulicht wurde dies anhand von Videobeispielen aus Sportgerichtsfällen in der UEFA und DFB und aufgezeigt wie unterschiedlich die Wahrnehmung einzelner Szene durch Schiedsrichter, Zuschauer und Sportgerichtsbarkeit sein können. Dadurch kann es manchmal aus Sicht des Schiedsrichters zu unangemessenen Strafen durch die Sportgerichte kommen, doch die vorgelegten Beweise lassen den Sportrichter eben zu diesen objektiven und gerechten Urteilen anhand der Berichte kommen. Daher sollten die Schiedsrichter auch nicht mit Unverständnis auf Urteile der Sportgerichte reagieren, sondern Verständnis dafür zeigen. Der Schiedsrichter trifft seine Tatsachenentscheidung auf dem Platz und der Sportrichter danach das Urteil. Beide sollten einander mehr Akzeptanz schenken.

Dr. Rainer Koch bei seinem abwechslungsreichen Vortrag
Immer wieder ermahnte Dr. Rainer Koch als Schiedsrichter auch deeskalierend und präventiv einzugreifen und bereits Spannungen im Vorfeld aus dem Spiel zu erkennen und nehmen und so für ein geordnetes und gutes Miteinander auf dem Spielfeld zu sorgen. Sollte es aber zu Vorfällen, vor allem im Bereich der Zuschauer, z.B. durch Ausschreitungen oder rassistischen Äußerungen kommen, so müßten diese unbedingt zur Meldung gebracht werden. Ein Wegsehen und -hören gebe es hier nicht - hier sei jeder Schiedsrichter gefragt.
Zum Abschluss ging Dr. Rainer Koch noch auf das Sozialprojekt des BFV im südostafrikanischen Mosambik ein, auf die dortigen Verhältnisse und wie mit den Mitteln vor Ort Fußballinternate mit Schulen unterstützt werden sollen und spornte alle Schiedsrichter an sich auch dafür einzusetzen und ihren Teil mit einer Spende dazu beizutragen dort etwas zu bewegen. |