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Regeltest DFB-Schiedsrichterzeitung 01/2006 - Lösung


Regel 5 – Der Schiedsrichter
1. Der Schiedsrichter-Assistent zeigt kurz vor Spielende einen Ellenbogenschlag außerhalb des Spielgeschehens mit der Fahne an. Bevor der Schiedsrichter dieses Zeichen erkennen kann, beendet er das Spiel mit dem Schlusspfiff. Unmittelbar danach unterrichtet der Assistent den Schiedsrichter über diesen Vorgang. Wie muss dieser reagieren?
Das Vergehen erfolgte noch während des Spiels. Die Meldung des Assistenten wurde bis zum Schlusspfiff vom Schiedsrichter nicht erkannt. Da das Spiel beendet ist und die Meldung erst nach dem Schlusspfiff erfolgt, ist eine Bestrafung des schuldigen Spielers nicht mehr möglich. Der Vorgang muss im Spielbericht aufgeführt werden.


2. Nachdem der Schiedsrichter einen Spieler mit „Rot” unmittelbar vor Spielende des Feldes verwiesen hat, beendet er das Spiel mit dem Schlusspfiff. Unmittelbar danach, noch auf dem Spielfeld, überzeugt ihn der Assistent, den falschen Spieler des Feldes verwiesen zu haben, da ein anderer Spieler das Vergehen begangen hat. Wie muss sich der Schiedsrichter nun verhalten?
Der Assistent hätte alle Möglichkeiten nutzen müssen, diese für ihn offensichtlich falsche Entscheidung vor dem Schlusspfiff zu verhindern. Da das Spiel beendet ist, kann der Schiedsrichter seine Entscheidung nicht mehr ändern. Der Vorgang ist ausführlich im Spielbericht aufzuführen.


3. Während des laufenden Spiels erfolgt aus dem Zuschauerbereich ein deutlicher Pfiff. Da ein Verteidiger der Meinung ist, dass der Schiedsrichter das Spiel unterbrochen hat, nimmt er innerhalb des Strafraums den Ball in die Hand. Wie muss der Schiedsrichter nach der Spielunterbrechung entscheiden?
Wenn nach Meinung des Schiedsrichters das Handspiel des Verteidigers aufgrund der äußeren Störung – Pfiff aus dem Zuschauerraum – erfolgte, wird das Spiel mit einem Schiedsrichter-Ball fortgesetzt.


Regel 7 – Dauer des Spiels
4. Da eine Mannschaft, die knapp in Führung liegt, mehrfach das Spiel verzögert, entscheidet sich der Schiedsrichter für eine Nachspielzeit von drei Minuten. Diese wird auch deutlich angezeigt. Nach einer Minute der Nachspielzeit erzielt die gegnerische Mannschaft den Ausgleich. Nun pfeift der Schiedsrichter das Spiel ab. Handelt er richtig?
Nein! Nach der nun gültigen Regelauslegung muss der Schiedsrichter eine angezeigte Nachspielzeit auch dann, wenn sich während dieser Zeit das Ergebnis zu Gunsten der zunächst benachteiligten Mannschaft verändert, voll nachspielen lassen.


5. Nachdem das Spiel in der angezeigten Nachspielzeit läuft, verzögert die Mannschaft, die in Führung liegt, bei einer Freistoß-Ausführung erneut deutlich das Spiel. Zusätzlich ergibt sich während dieser Zeit eine Verletzung, die ebenfalls eine längere Unterbrechung zur Folge hat. Können die wahrend der Nachspielzeit eingetretenen Spielverzögerungen zu einer zusätzlichen Nachspielzeit führen?
Auch für Ereignisse, die sich während einer Nachspielzeit ereignen, kann sich die Spielzeit verlängern. Deshalb sollte der Schiedsrichter nach seinem Ermessen die durch die erneute Spielverzögerung entstandene verlorene Spielzeit zusätzlich nachspielen lassen. Diese zusätzliche Nachspielzeit wird nicht mehr angezeigt.


Regel 11 – Abseits
6. Nach einem Zuspiel eines Mitspielers laufen zwei Angreifer in Richtung des Balles. Davon befand sich ein Spieler zum Zeitpunkt des Abspiels vor dem Ball und näher der gegnerischen Torlinie als der vorletzte Abwehrspieler. Wann soll der Schiedsrichter-Assistent eine Abseitsstellung anzeigen?
Der Schiedsrichter-Assistent soll sein Fahnenzeichen zunächst verzögern. Die Anzeige soll danach nur dann erfolgen, wenn der Angreifer, der sich zum Zeitpunkt des Abspiels vor dem Ball und näher der gegnerischen Torlinie befand als der vorletzte Abwehrspieler, den Ball berührt oder ins Spiel eingreift. Der indirekte Freistoß muss dann an der Stelle ausgeführt werden, wo sich der abseits stehende Spieler im Moment der Ballabgabe befand. Nimmt der andere Angreifer den Ball an, darf kein Fahnenzeichen erfolgen.


7. Der Schiedsrichter-Assistent zeigt eine Abseitsstellung an. Bevor der Schiedsrichter das Fahnenzeichen wahrnehmen und pfeifen kann, bringt ein Abwehrspieler den Angreifer durch einen heftigen Tritt in die Beine zu Fall. Deshalb unterbricht der Schiedsrichter das Spiel. Wie muss sich der Assistent verhalten und der Schiedsrichter dann entscheiden?
Bei Vergehen von Spielern verschiedener Mannschaften muss immer das erste bestraft werden. Da dies die vom Assistenten angezeigte Abseitsstellung war, muss, wenn sich der Schiedsrichter der Meinung des Assistenten anschließt, auf indirekten Freistoß am Ort, wo die Abseitsstellung war, entschieden werden. Akzeptiert der Schiedsrichter die Abseitsanzeige nicht, wird er auf direkten Freistoß entscheiden. Der folgende Tritt des Verteidigers ist ein gewaltsames Spiel. Der Verteidiger ist dafür des Feldes zu verweisen.
Die Antworten zu Frage Nr. 4, Schiedsrichter-Zeitung Nr. 5/2003, und Frage Nr. 6, Schiedsrichter-Zeitung Nr. 1/ 2002, sind entsprechend zu ändern.

 

8. Der Ball wird von einem Angreifer zu einem etwa zehn Meter entfernt stehenden Mitspieler gespielt, der sich in Abseitsposition befindet. Durch ein Handspiel eines Abwehrspielers kurz vor der Strafraumgrenze wird jedoch verhindert, dass der Ball den Angreifer erreicht. Wie ist nun zu entscheiden?
Falls der abseits stehende Spieler nach Meinung des Schiedsrichters bestraft werden muss, da er aktiv ins Spiel eingreift, muss auf indirekten Freistoß am Ort der Abseitsstellung, wenn er der Meinung ist, dass noch kein Spielangriff vorliegt, auf direkten Freistoß wegen Handspiels entschieden werden. Der Abwehrspieler ist dann zu verwarnen.


Regel 12 – Verbotenes Spiel und unsportliches Betragen
9. Nachdem der Schiedsrichter das Spiel mit dem Schlusspfiff beendet hat, stößt ein Spieler noch auf dem Spielfeld einen Gegner mit den Händen heftig zu Boden. Wie muss der Schiedsrichter entscheiden, wenn er diesen Vorgang sieht?
Die Strafgewalt des Schiedsrichters endet nach dem Schlusspfiff erst nach Verlassen des Spielfeldes. Dies bezieht sich allerdings nur auf Disziplinarstrafen. Da das Vergehen noch auf dem Spielfeld erfolgte, muss dem schuldigen Spieler deshalb die Rote Karte gezeigt werden. Zur Vermeidung von Unstimmigkeiten sollte auch der betroffene Spielführer informiert werden.


10. Spielentscheidung durch Schüsse von der Strafstoßmarke. Nach dem vierten Schuss geht ein Team mit 4:2 in Führung und entscheidet damit das Spiel. Der erfolgreiche Schütze läuft nun zum Torwart und beleidigt ihn mit einer grob unsportlichen Geste. Wie muss der Schiedsrichter auf diesen Vorgang reagieren?
Obwohl von beiden Teams noch nicht jeweils fünf Schüsse ausgeführt wurden, ist das Spiel mit dem vierten Treffer entschieden und damit beendet. Da die grob unsportliche Geste unmittelbar nach dem Torerfolg auf dem Spielfeld erfolgt, muss der Schiedsrichter, da seine Strafgewalt bis zum Verlassen des Spielfeldes besteht, dem Torschützen die Rote Karte zeigen.


11. Ein Verteidiger greift von vorne einen Angreifer mit gestrecktem Fuß in unkontrollierter und die Gesundheit gefährdender Weise an. Er trifft dabei nicht den Ball, sondern seinen Gegner durch diesen Fußangriff am Schienbein und verletzt ihn erheblich. Wie ist nach der Spielunterbrechung durch den Schiedsrichter zu entscheiden?
Mit diesem unkontrollierten und die Gesundheit des Gegners gefährdenden Fußangriff von vorne begeht der Verteidiger ein grobes Foulspiel, das mit einem Feldverweis zu ahnden ist. Damit wird deutlich, dass jedes grobe Foul, von vorne, aber auch von der Seite oder von hinten, so zu bestrafen ist. Spielfortsetzung mit direktem Freistoß.


12. Während der Ball im Spiel ist, wirft ein Auswechselspieler aus der Technischen Zone einen Gegenstand, zum Beispiel eine Plastik-Trinkflasche, auf einen Gegenspieler und trifft ihn innerhalb des Spielfelds am Körper. Wie ist nach der Spielunterbrechung durch den Schiedsrichter zu entscheiden?
Da der Gegner während des laufenden Spiels innerhalb des Spielfelds getroffen wird, ist das Werfen mit der Plastikflasche wie ein Spieleintritt/Spieleingriff des Auswechselspielers zu bewerten. Deshalb ist das Spiel mit einem indirekten Freistoß für die gegnerische Mannschaft am Ort, wo sich der Ball bei der Spielunterbrechung befand, fortzusetzen. Der Auswechselspieler ist mit der Roten Karte aus dem Innenraum zu verweisen.


Regel 13 – Freistoß

13. Vor der Ausführung eines indirekten Freistoßes innerhalb des Strafraums für die angreifende Mannschaft versäumt es der Schiedsrichter, einen Arm zu heben. Der Ball wird direkt ins Tor getreten. Wie muss entschieden werden?
Das Heben des Armes vor der Ausführung eines indirekten Freistoßes ist in der Regel 13 zwingend vorgeschrieben. Deshalb muss der indirekte Freistoß wegen dieses Schiedsrichter-Fehlers wiederholt werden.
Die Antworten zu Frage Nr. 4, Schiedsrichter-Zeitung 2/2000, und Frage Nr. 10, Schiedsrichter-Zeitung 5/2000, sind entsprechend zu ändern.


14. Nach einer Spielunterbrechung und der Richtungsanzeige durch den Schiedsrichter führt ein Spieler sehr schnell einen indirekten Freistoß aus und ist mit seinem direkten Torschuss erfolgreich. Wie soll sich der Schiedsrichter verhalten, wenn er wegen der schnellen Ausführung keine Möglichkeit hatte, durch Heben eines Armes anzuzeigen,  dass es sich um einen indirekten Freistoß handelte?
Der indirekte Freistoß muss wiederholt werden, da das Vergehen, das zur Spielunterbrechung führte, nur einen indirekten Freistoß nach sich zog. Es liegt zwar kein Schiedsrichter-Fehler vor, aber der Schiedsrichter hatte wegen der schnellen Ausführung nicht die Möglichkeit, dies regelgerecht durch Heben eines Armes anzuzeigen.


Regel 14 – Strafstoß
15. Bei der Strafstoß-Ausführung täuscht der Schütze den Torwart in unerlaubter Weise, da er kurz vor dem Ball seinen Anlauf unterbricht und ihn erst dann auf das Tor schießt. Trotzdem gelingt es dem Torwart, den Ball abzuwehren. Wie ist zu entscheiden, wenn der Ball anschließend außerhalb des Tores über die Torlinie rollt?
Wenn der ausführende Spieler durch die unerlaubte Täuschung gegen die Ausführungsbestimmungen der Regel 14 verstößt und kein Tor erzielt wird, wird der Strafstoß nicht wiederholt. Da der Ball nach der Torwartabwehr über die Torlinie gelangt, ist das Spiel mit einem indirekten Freistoß am Strafstoßpunkt fortzusetzen.
Die Antwort zu Frage Nr. 7, Schiedsrichter-Zeitung 4/2002, ist entsprechend zu ändern.


16. Bei der Strafstoß-Ausführung läuft ein Mitspieler des Schützen vor dem Zeitpunkt, wo der Ball gespielt wird, in den Strafraum/Teilkreis. Nach der Torwartabwehr fliegt der Ball über der Torlatte ins Aus. Wie muss das Spiel fortgesetzt werden?
Bei Betreten des Teilkreises/ Strafraums durch einen Angreifer bevor der Ball im Spiel ist, muss auf indirekten Freistoß dort, wo der Spieler zu früh in den Teilkreis/
Strafraum lief, entschieden werden, wenn der Ball vom Torwart abgewehrt wird und über die Torlinie außerhalb des Tores gelangt.
Die Antworten zu Frage Nr. 3, Schiedsrichter-Zeitung 3/2000, und Frage Nr. 12, Schiedsrichter-Zeitung 6/2000, sind entsprechend zu ändern.


Regel 15 – Einwurf
17. Vor der Ausführung eines Einwurfs stellt sich ein Gegenspieler direkt an die Seitenlinie vor den Spieler, der den Einwurf ausführen möchte. Wie soll der Schiedsrichter darauf reagieren?
Um Konflikte möglichst zu vermeiden, soll der Schiedsrichter – wenn möglich auch der in der Nähe stehende Assistent – sofort vorbeugend eingreifen und den Spieler der gegnerischen Mannschaft auffordern, einen Mindestabstand von zwei Metern von der Seitenlinie einzuhalten. Kommt er dieser Aufforderung nicht nach, so ist der Spieler zu verwarnen. Erst wenn der korrekte Abstand von zwei Metern durchgesetzt wurde, ist der Einwurf auszuführen.


18. Vor der Ausführung eines Einwurfs steht ein Verteidiger zunächst in der richtigen Entfernung zwei Meter von der Seitenlinie entfernt. Im Zuge der Einwurf-Ausführung verkürzt er diese Entfernung, behindert den einwerfenden Spieler und berührt zusätzlich den Ball. Wie muss der Schiedsrichter entscheiden?
Durch die Verkürzung der Entfernung auf weniger als zwei Meter behindert der Verteidiger die Ausführung, handelt damit unsportlich und verzögert die Spielfortsetzung. Deshalb ist dieser Spieler zu verwarnen. Da der Ball bereits im Spiel war, muss auf indirekten Freistoß dort, wo sich der Ball befand, entschieden werden.

 

Regel 17 – Eckstoß
19. Vor einer Eckstoß-Ausführung liegt der Ball teilweise auf der Linie des Viertelkreises, teilweise darüber. Deshalb verhindert der Assistent die Ausführung, da er der Meinung ist, der Ball müsse völlig innerhalb des Teilkreises liegen. Handelt der Assistent richtig?
Nach den nun gültigen Anweisungen erfolgt die Eckstoß-Ausführung noch korrekt, wenn der Ball vor der Ausführung nicht völlig innerhalb des Teilkreises ruht, sondern noch mit Teilen die Seiten-, Tor - oder Teilkreislinie berührt. Deshalb hätte der Assistent die Ausführung zulassen müssen.


20. Unmittelbar vor Ende der Verlängerung schlägt während des laufenden Spiels ein Verteidiger einem Angreifer den Ellenbogen heftig ins Gesicht. Der Schiedsrichter erkennt das Vergehen nicht und dreht sich vom Geschehen weg. Unmittelbar danach erfolgt deshalb das Fahnenzeichen des Assistenten. Bevor dies vom Schiedsrichter erkannt wird, pfeift er das Spiel ab. Entscheidungen, wenn anschließend die „Schüsse von der Strafstoßmarke” erforderlich sind?
Die Spielzeit ist mit dem Abpfiff der Verlängerung beendet, die erforderlichen „Schüsse von der Strafstoßmarke”  sind nicht mehr Teil des Spiels. Deshalb ist keine Disziplinarstrafe mehr möglich. Der Vorgang ist im Spielbericht aufzuführen; der Spieler kann am Schießen teilnehmen.
Die Antworten zu Frage Nr. 4, Schiedsrichter-Zeitung 2/2003, Frage Nr. 9, Schiedsrichter-Zeitung 5/2001, und Frage Nr. 4, Schiedsrichter-Zeitung 2/2001, sind entsprechend zu ändern.


21. Während der Durchführung der „Schüsse von der Strafstoßmarke” kann der Torwart einen Strafstoß halten. Da er sich deutlich zu früh von der Torlinie nach vorne bewegt hat, muss der Strafstoß wiederholt werden. Vor der Ausführung geht der Schütze, der die Wiederholung ausführen muss, zum Schiedsrichter und will wegen einer Verletzung vom Feld gehen. Wie muss sich der Schiedsrichter verhalten und worauf ist zu achten?
Der Schiedsrichter muss, da der Spieler angibt, verletzt zu sein, sein Ausscheiden akzeptieren. Ein anderer Spieler, der bisher noch nicht geschossen hat, muss die Ausführung übernehmen. Eine Reduzierung der gegnerischen Mannschaft darf während der Schüsse nicht mehr erfolgen.
Die Antwort zu Frage Nr. 13, Schiedsrichter-Zeitung 2/2004, ist entsprechend zu ändern.


22. Spielentscheidung durch Schüsse von der Strafstoßmarke. Ein Strafstoß muss wiederholt werden, weil der Schütze den Torwart durch seinen unterbrochenen Anlauf getäuscht hat und der Ball ins Tor ging. Deshalb beleidigt der Schütze den Schiedsrichter. Wie muss der Schiedsrichter entscheiden und welche Maßnahmen sind erforderlich?
Zunächst ist der Schütze wegen der Beleidigung mit der Roten Karte des Feldes zu verweisen. Der Strafstoß ist durch einen anderen Spieler der Mannschaft auszuführen. Die Reduzierung der gegnerischen Mannschaft entfällt während des Schießens.
Die Antworten zu Frage Nr. 15, Schiedsrichter-Zeitung 5/2002, Frage Nr. 8, Schiedsrichter-Zeitung 5/2001, Frage Nr. 11, Schiedsrichter-Zeitung 5/2000, und Frage Nr. 1, Schiedsrichter-Zeitung 4/2000, sind entsprechend zu ändern.


23 . Ein Spieler wird in der ersten Halbzeit ausgewechselt. Im Verlauf der zweiten Halbzeit werden bei einem „Doppelwechsel” von der gleichen Mannschaft erneut zwei Spieler eingewechselt. Der bereits ausgewechselte Spieler gehört auch dazu. Dies bemerkt der Schiedsrichter nicht. Wenig später unterbricht der Schiedsrichter wegen eines Fouls das Spiel und will den schuldigen Spieler verwarnen. Dabei fällt ihm auf, dass dies der Spieler ist, der in der ersten Halbzeit bereits ausgewechselt wurde. Seine Einwechslung erfolgte zuvor bei der „Doppeleinwechselung” mit der Rückennummer und unter dem Namen eines anderen auf dem Spielbericht aufgeführten Auswechselspielers. Entscheidung?
„Ein Spieler, der ersetzt wurde, darf später am Spiel nicht mehr teilnehmen”. Nach dieser eindeutigen Festlegung in der Regel 3 nimmt dieser Spieler somit unberechtigt am Spiel teil. Seine Spielteilnahme/Spieleingriff ist deshalb mit einem indirekten Freistoß an dem Ort zu ahnden, wo sich der Ball bei der Spielunterbrechung befand. Bei der Festlegung der Disziplinarstrafe wäre der Spieler im Normalfall wegen der unerlaubten Spielteilnahme zunächst zu verwarnen und anschließend wegen des Foulspiels mit „Gelb/Rot” aus dem Innenraum zu verweisen. Da der Schiedsrichter das Verhalten dieses Spielers jedoch als grob unsportliche und vorsätzliche Täuschung wertete, verwies er den Spieler mit der Roten Karte des Feldes. Das zuständige Sportgericht schloss sich der Entscheidung des Schiedsrichters an und sprach eine mehrwöchige Sperre aus.

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