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Regeltest DFB-Schiedsrichterzeitung 04/2005


1. Das Schiedsrichter-Team befindet sich nach Ende der ersten Halbzeit zusammen mit den Spielern beider Mannschaften im Kabinengang. Ein Streit zwischen zwei Spielern einer Mannschaft eskaliert nach gegenseitigen Beschimpfungen mit einer Ohrfeige, die ein Spieler dem anderen Spieler versetzt. Wie muss der Schiedsrichter reagieren und entscheiden, wenn er diesen Vorgang einwandfrei erkennt?

2. Eine Mannschaft beginnt das Spiel mit nur zehn Spielern. Nach einer Eckstoß-Ausführung wird der Ball neben das Tor geköpft. Nun bemerkt der Schiedsrichter, dass der Eckstoßschütze ohne vorherige Anmeldung als elfter Spieler seine Mannschaft vervollständigt hat. Wie ist zu entscheiden?

3. Strafstoß-Ausführung während des Spiels! Der vom Schützen scharf geschossene Ball prallt gegen den Pfosten. Der Schütze kann den Ball anschließend sofort - ohne weitere Berührungen - direkt auf das Tor schießen. Der Torwart kann den Ball abwehren und anschließend sicher unter Kontrolle bringen. Wie soll der Schiedsrichter entscheiden?

4. Der Schiedsrichter leitet ohne neutrale Assistenten. Nachdem ein Strafstoß erfolgreich ausgeführt wurde, stellt er nach Hinweisen von Spielern der gegnerischen Mannschaft fest, dass es sich beim Strafstoßschützen um den Spieler handelt, der zuvor wegen fehlender Schienbeinschoner außerhalb des Spielfelds war und danach ohne Zustimmung des Schiedsrichters wieder am Spiel teilnahm. Wie muss entschieden werden?

5. Im Verlauf der zweiten Halbzeit verzögert der Torwart der Mannschaft, die knapp in Führung liegt, mehrfach das Spiel. Als dies erneut vor einer Abstoß-Ausführung erfolgt, ermahnt der Schiedsrichter zum zweiten Mal den Torwart und zeigt eine Nachspielzeit von zwei Minuten an. Hat er richtig reagiert und wie muss er dann entscheiden?

6. Der Ball rollt neben dem Tor über die Torlinie. Um den Eckstoß schnell ausführen zu können, läuft ein Angreifer zum Ball und wirft ihn in Richtung Eckfahne. Der Eckstoß wird in seine Richtung gespielt, der Angreifer betritt im Blickfeld und Nähe der Abwehrspieler jedoch erst nach der Ausführung das Spielfeld und flankt anschließend vor das Tor: Nach einem Kopfball wird ein Tor erzielt. Welche Entscheidung muss der Schiedsrichter treffen?

7. Ein Spieler verlässt aufgrund einer Verletzung mit Kenntnis des Schiedsrichters das Spielfeld und wird nahe der Technischen Zone des Gegners behandelt. Wenig später sieht der Schiedsrichter, wie dieser Spieler einen gegnerischen Spieler, der außerhalb des Feldes neben ihm steht, mit beiden Händen heftig zu Boden stößt. Wie muss entschieden werden, wenn das Spiel deshalb unterbrochen wird und der Schiedsrichter die Ursache des Stoßens nicht erkannt hat?

8. Zehn Meter von der Seitenlinie entfernt entscheidet der Schiedsrichter wegen „Aufstützens” auf Freistoß gegen den Abwehrspieler. Aus der Sicht des Assistenten, der den Vorgang von der Seite deutlich erkannt hat, schlug dabei der Abwehrspieler, für den Schiedsrichter verdeckt, zusätzlich den Ellenbogen ins Gesicht. Wie soll sich nun der Assistent nach der Freistoß-Entscheidung verhalten?

9. Unmittelbar vor Ende einer vom Schiedsrichter deutlich angezeigten Nachspielzeit wird an der Mittellinie auf Freistoß entschieden. Bis der Ball zur Ausführung bereitliegt, ist die Nachspielzeit von zwei Minuten abgelaufen. Wie muss sich der Schiedsrichter nun verhalten? Ist der Freistoß noch auszuführen?

10. Nach einer Freistoß-Entscheidung wegen eines Fouls läuft der Schiedsrichter zum Ort des Vergehens und beabsichtigt, den schuldigen Spieler zu verwarnen. Als der Schiedsrichter direkt vor dem Spieler steht und die Gelbe Karte zeigt, wird er von diesem Spieler mit der Brust gestoßen. Wie ist durch den Schiedsrichter auf diesen Vorgang zu reagieren?

11. Freistoß für die Angreifer auf der Seite des Assistenten. Die Abwehrspieler stehen innerhalb des Strafraums in regelgerechter Entfernung vom Ausführungsort. Nachdem der Schiedsrichter zur Spielfeldmitte gelaufen ist, gibt er das Spiel frei. Nach der Ausführung fliegt der Ball einem Abwehrspieler gegen die Hand, die er in der Mauer über seinem Kopf hoch hält. Wie soll sich der Assistent verhalten, wenn der Schiedsrichter auf diesen Vorgang nicht reagiert?

12. Kurz hinter der Mittellinie, nahe der Seitenlinie, bringt ein Verteidiger, der bereits verwarnt ist, einen Angreifer durch ein Foulspiel, das eine Verwarnung erfordert, zu Fall. Obwohl keine eindeutige Angriffs-Situation gegeben ist, und der Weg zum Tor durch weitere Verteidiger nicht frei ist, entscheidet der Schiedsrichter auf „Vorteil”. Nach zwei weiteren Abspielen wird ein Verteidiger durch einen Angreifer festgehalten. Hat sich der Schiedsrichter richtig verhalten und wie ist nun zu entscheiden?

13. Nachdem der Schiedsrichter vor dem Spiel die Schuhe aller Spieler genau kontrolliert hatte, kommt es nach wenigen Spielminuten nach einem Fußangriff zu einer Verletzung eines Gegners. Als das Spiel bereits wieder läuft, unterbricht der Schiedsrichter nach einem Hinweis eines Spielers das Spiel und kontrolliert die Schuhe des betroffenen Spielers. Dabei stellt er scharfkantige Stollen fest. War die Reaktion des Schiedsrichters richtig und wie ist zu entscheiden?

14. Da sich ein eindeutiger Vorteil ergibt, pfeift der Schiedsrichter trotz eines verwarnungswürdigen Fouls nicht. Nach einigen Spielzügen unterbricht er wegen eines erneuten Fouls das Spiel, um der Mannschaft, gegen die sich auch das erste Vergehen richtete, kurz vor dem gegnerischen Strafraum einen Freistoß zuzusprechen. Dieser Freistoß wird, um einen Vorteil zu nutzen, schnell ausgeführt. Wie soll sich der Schiedsrichter nun verhalten?

15. Da ein Spieler den Ball nach dem Pfiff wegen eines Fouls und der Richtungsanzeige durch den Schiedsrichter weit wegtritt, wird er mit „Gelb/Rot” des Feldes verwiesen. Unmittelbar danach beleidigt dieser Spieler den Schiedsrichter, da er zuvor noch nicht verwarnt war. Auch der Assistent bestätigt auf Rückfrage diesen Sachverhalt. Wie muss der Schiedsrichter nun entscheiden?

16. Ein Abwehrspieler springt von vorne mit gestreckten Beinen in die Beine seines Gegenspielers. Dabei erreicht er den Ball, der sich am Boden befindet, nicht, sondern trifft seinen Gegner in heftiger und unkontrollierter Weise. Er verletzt dabei nicht nur seinen Gegenspieler schwer, auch er selber bleibt verletzt am Boden liegen.
Der Schiedsrichter will den Abwehrspieler deshalb des Feldes verweisen. Da der Spieler zunächst auf dem Feld behandelt und dann mit der Trage vom Feld gebracht wird, informiert der Schiedsrichter lediglich den Spielführer über den Feldverweis und lässt dann, nachdem auch der Angreifer vom Feld gebracht wurde, das Spiel fortsetzen.
Wenig später möchte der Trainer der betreffenden Mannschaft diesen Spieler durch einen Auswechselspieler ersetzen.
Als der Schiedsrichter nun mitteilt, dass dies wegen des zuvor ausgesprochenen Feldverweises nicht möglich ist, kommt es zu heftigen Reklamationen und Protesten durch die Offiziellen am Rande des Spielfeldes.

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