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Regeltest DFB-Schiedsrichterzeitung 06/2005 - Lösung


1. Vor der Leitung eines Freundschaftsspiels wird der Schiedsrichter über die Anzahl der Spieler, die ausgetauscht  werden dürfen, nicht informiert. Nachdem bis in die zweite Halbzeit hinein bereits sechs Spieler einer Mannschaft  gewechselt wurden, möchte der Trainer eine weitere Auswechslung vornehmen. Wie soll sich der Schiedsrichter verhalten?
Da der Schiedsrichter vor dem Spiel über die Anzahl der zu wechselnden Spieler nicht informiert wurde, können nur jeweils sechs Spieler ersetzt werden. Deshalb kann er weiteren Spielerwechseln nicht zustimmen. Zur Vermeidung dieser Situation sollte sich der Schiedsrichter vor dem Spiel über eine mögliche Verabredung beider Teams informieren.


2. Vor Beginn eines Freundschaftsspiels wird der Schiedsrichter von den Mannschafts-Verantwortlichen beider Teams darüber informiert, dass jeweils acht Spieler während des Spiels gewechselt werden dürfen. Kann der Schiedsrichter dieser Vereinbarung zustimmen?
Da vor dem Spiel zwischen beiden Mannschaften eine Übereinkunft erzielt wurde und diese dem Schiedsrichter mitgeteilt wurde, muss im Rahmen der vereinbarten Anzahl, in diesem Fall acht Wechsel pro Mannschaft, zugestimmt werden.


3. Ein Spieler hat mit Zustimmung des Schiedsrichters das Spielfeld verlassen. Ohne Zustimmung des Schiedsrichters läuft er wieder auf das Spielfeld und spielt einem auf das Tor seiner Mannschaft laufenden Angreifer den Ball vom Fuß. Er verhindert dadurch eine klare Torchance. Wie ist durch den Schiedsrichter zu entscheiden? Ort der Spielfortsetzung?
Der unerlaubte Spieleintritt des Spielers ist mit einem indirekten Freistoß am Ort, wo der Ball gespielt wurde, zu bestrafen. Obwohl durch den Spieleingriff mit dem Fuß eine klare Torchance verhindert wurde, ist der Spieler nur wegen des unerlaubten Spieleintritts zu verwarnen, da das Spielen des Balles mit dem Fuß kein Vergehen ist, das nach Regel 12 mit einem Feldverweis zu ahnden ist.


4. Strafstoß-Ausführung. Mit Zustimmung des Schiedsrichters wird neben dem Tor, außerhalb des Spielfeldes, ein  Spieler der verteidigenden Mannschaft behandelt. Nach der korrekten Ausführung wird der Ball vom Torwart abgewehrt und prallt zur Seite ab. Nun läuft der Verteidiger, der außerhalb gepflegt wurde, ohne Zustimmung  des Schiedsrichters auf das Spielfeld und schießt den Ball ins Mittelfeld. Dadurch verhindert er, dass ein Angreifer den Ball auf das Tor schießen kann. Wie muss entschieden werden?
Der Verteidiger befindet sich vor der Strafstoß-Ausführung mit Zustimmung des Schiedsrichters außerhalb des Spielfeldes. Durch seinen unerlaubten Spieleintritt und das Wegtreten des Balles nach der Strafstoß-Ausführung verhindert er, dass der Angreifer auf das Tor schießen kann. Da dies keine Torverhinderung nach Regel 12 ist, kann der Spieler nur für den unerlaubten Spieleintritt verwarnt werden. Da sich der Spieler vor der  Ausführung regelgerecht außerhalb des Spielfeldes befand, ist das Spiel nicht mit einer Wiederholung des Strafstoßes, sondern mit einem indirekten Freistoß dort, wo sich der Ball bei der Unterbrechung befand, fortzusetzen.


5. Ein Abwehrspieler befindet sich mit Zustimmung des Schiedsrichters zur Behandlung einer Verletzung neben seinem Tor und hinter der Torauslinie. Nun läuft er unangemeldet auf das Spielfeld und schießt unmittelbar vor der Torlinie den Ball ins Mittelfeld. Er verhindert so ein Tor. Wie muss der Assistent, da der Schiedsrichter nicht eingreift, reagieren? Wie ist durch den Schiedsrichter zu entscheiden?
Da der Abwehrspieler ohne Zustimmung des Schiedsrichters das Spielfeld betritt, muss der Assistent mit  einem Fahnenzeichen reagieren. Trotz der Verhinderung eines Torerfolgs ist dieser Spieler nur zu verwarnen, da das Spielen des Balles mit dem Fuß keine Torverhinderung im Sinne der Regel 12 ist. Das  Spiel ist mit einem indirekten Freistoß an der Torraumlinie fortzusetzen.


6. Ein Spieler wartet nach der Behandlung einer Verletzung in Höhe des Strafraums auf seinen Wiedereintritt. Als der Ball in seine Nähe kommt, läuft er ohne Zustimmung des Schiedsrichters auf das Spielfeld und erreicht vor einem Gegner den Ball. Dadurch verhindert er, dass dieser Spieler in aussichtsreicher Position den Ball zu einem Mitspieler vor das Tor spielen kann. Wie ist nach der Spielunterbrechung zu entscheiden?
Neben dem unerlaubten Spieleintritt verhindert der unangemeldet eintretende Spieler einen aussichtsreichen Angriff. Da dies lediglich durch Spielen des Balles mit dem Fuß erfolgt, liegt kein Vergehen vor, das nach Regel 12 mit einer Verwarnung zu bestrafen wäre. Deshalb kann dieser Spieler nur verwarnt werden. Das Spiel ist mit  einem indirekten Freistoß dort, wo sich der Ball bei der Spielunterbrechung befand, fortzusetzen.


7. Ein Verteidiger wird neben dem Tor, hinter der Torlinie, behandelt. Als ein Angreifer mit dem Ball am Fuß den Torwart ausgespielt hat und den Ball auf das leere Tor schießt, läuft dieser Spieler ohne Zustimmung des Schiedsrichters auf das Spielfeld. Er hält den Ball mit der Hand auf und verhindert so ein Tor. Wie ist nun zu entscheiden?
Neben dem Sachverhalt, dass der Verteidiger ohne Zustimmung das Spielfeld betritt, verhindert er zusätzlich durch das Handspiel ein Tor. Da dies nach Regel 12 zu den feldverweiswürdigen Vergehen gehört, muss dieser Spieler des Feldes verwiesen werden. Das Spiel ist mit einem Strafstoß fortzusetzen.


8. Nachdem ein Spieler wegen einer Verletzung das Spielfeld verlassen hatte, möchte ein Auswechselspieler auf das Spielfeld laufen und diesen Spieler ersetzen. Da das Spiel nicht unterbrochen ist, verweigert der  Schiedsrichter den Eintritt. Als der Ball in die Nähe dieses Spielers gelangt, läuft er ohne Zustimmung des Schiedsrichters auf das Feld und schubst einen Gegner. Nach dem Pfiff beschwert sich der Auswechselspieler lautstark und optisch deutlich sichtbar beim Schiedsrichter. Entscheidungen?
Auch wenn eine Mannschaft wegen einer Verletzung das Spiel mit nur zehn Spielern bestreitet, wird der  Auswechselspieler, der ohne Zustimmung das Feld betritt, nicht zum Spieler. Das Spiel kann deshalb nur mit einem indirekten Freistoß dort, wo sich der Ball befand, fortgesetzt werden. Wegen des unerlaubten Eintritts muss der Spieler verwarnt und anschließend wegen des Fouls/Protestes mit „Gelb/Rot” ausgeschlossen werden.


9. Ein Auswechselspieler bereitet sich unmittelbar neben dem eigenen Tor auf die Einwechslung vor. Als der Ball auf das vom Torwart verlassene Tor fliegt, läuft er auf das Spielfeld und versucht, mit der Hand den Ball vor Überschreiten der Torlinie aufzuhalten. Dabei wird der Ball nur berührt, fliegt aber ins Tor. Wie ist zu entscheiden?
Der Aufenthalt von Auswechselspielern unmittelbar neben dem Tor sollte vom Schiedsrichter nicht geduldet werden. Nach dem unerlaubten Eindringen wurde der Ball vor Überschreiten der Torlinie mit der Hand berührt. Deshalb kann das Tor nicht anerkannt werden. Das Spiel ist mit einem indirekten Freistoß an der Torraumlinie fortzusetzen. Zuvor muss der Auswechselspieler mit der Roten Karte ausgeschlossen werden.


10. Ein Auswechselspieler wartet an der Seitenlinie auf seine Einwechslung. Als sich das Spielgeschehen in seinen Bereich verlagert, läuft er ohne Anmeldung auf das Spielfeld. Bevor der Schiedsrichter das Spiel deshalb unterbrechen kann, wird der Auswechselspieler von einem Spieler der gegnerischen Mannschaft mit den Händen gegen die Brust geschubst. Erst jetzt erfolgt die Spielunterbrechung. Welche Entscheidungen sind erforderlich?
Der Auswechselspieler betritt ohne Zustimmung des Schiedsrichters das Spielfeld. Dieses erste Vergehen, da vom Schiedsrichter erkannt, wird mit einem indirekten Freistoß dort, wo sich der Ball bei der Unterbrechung  befand, und Verwarnung des Auswechselspielers geahndet Das folgende Schubsen mit den Händen durch einen  Spieler der gegnerischen Mannschaft ist mit „Gelb” zu bestrafen.


11. Da sich keine Spielunterbrechung ergibt, muss ein Auswechselspieler längere Zeit an der Seitenlinie auf seine Einwechslung warten. Als das Spielgeschehen in seiner Nähe ist, läuft er ohne Zustimmung des Schiedsrichters auf  das Spielfeld und hält einen Gegner fest. Er verhindert dadurch eine Erfolg versprechende Angriffs-Situation. Wie  muss der Schiedsrichter nach der Spielunterbrechung entscheiden?
Der Auswechselspieler ist zunächst für den unerlaubten Spieleintritt mit der Gelben Karte zu verwarnen. Da er  anschließend ein verwarnungswürdiges Foul begeht, wird er mit „Gelb/Rot” ausgeschlossen und muss den Innenraum verlassen. Spielfortsetzung mit einem indirekten Freistoß dort, wo sich der Ball bei der  Unterbrechung befand.


12. Ein Auswechselspieler betritt während des laufenden Spiels ohne Zustimmung des Schiedsrichters das Feld und versucht, den Ball zu erreichen. Dies gelingt nicht. Bevor der Schiedsrichter pfeifen kann, tritt ihm ein Gegenspieler in brutaler Weise in die Beine. Nun unterbricht der Schiedsrichter das Spiel. Wie muss er entscheiden?
Zunächst betritt der Auswechselspieler das Spielfeld ohne Zustimmung des Schiedsrichters, erreicht zwar  den Ball nicht, greift aber damit trotzdem ins Spiel ein. Der Tritt des Gegners ist während des laufenden Spiels  eine grobe Unsportlichkeit gegen einen nicht zum Spiel gehörenden Spieler. Daher muss auf Feldverweis entschieden werden. Der Auswechselspieler ist zu verwarnen. Das Spiel ist wegen des unerlaubten Spieleintritts, dem ersten Vergehen, mit einem indirekten Freistoß am Ballort fortzusetzen.


13. Der Schiedsrichter leitet ohne neutrale Assistenten. Nach einer Torerzielung – noch vor dem Anstoß – stellt er  nach Hinweisen gegnerischer Spieler fest, dass der Torschütze kurz zuvor als Auswechselspieler unerlaubt und ohne seine Zustimmung das Spielfeld betreten hatte. Welche Entscheidungen und Maßnahmen sind nun erforderlich?
Ein Auswechselspieler kann auch nach Betreten des Spielfeldes ohne Zustimmung des Schiedsrichters nicht zum Spieler werden. Daher ist das Tor ungültig und das Spiel muss mit einem indirekten Freistoß dort, wo der Ball auf das Tor geschossen wurde, fortgesetzt werden. Der Spieler muss verwarnt werden. Außerdem muss der Spielerwechsel vom Schiedsrichter festgehalten werden.


14. Ein Tor wird erzielt. Vor dem Anstoß stellt der Schiedsrichter fest, dass die Mannschaft, die das Tor erzielt hat,  zum Zeitpunkt der Torerzielung aus zwölf Spielern bestand. Wie muss der Schiedsrichter entscheiden, wenn er nach
Prüfung seiner Spielnotizkarte sicher ist, dass der Torschütze als zwölfter Spieler am Spiel teilgenommen hat?
Da der Schiedsrichter sicher ist, dass der Torschütze nicht zu den auf dem Spielbericht aufgeführten ersten elf Spielern gehört, nimmt dieser Spieler unberechtigt am Spiel teil. Deshalb kann das Tor nicht anerkannt  werden. Das Spiel ist mit einem indirekten Freistoß aus dem Torraum fortzusetzen. Der Spieler ist zu verwarnen. Die Mannschaft muss auf elf Spieler reduziert werden.


15. Ein Auswechselspieler läuft ohne Zustimmung des Schiedsrichters auf das Spielfeld und verhindert einen Torerfolg des Gegners, indem er den Ball vor Überschreiten der Torlinie mit dem Fuß wegtritt. Wie muss der  Schiedsrichter nach der Spielunterbrechung entscheiden?
Wenn ein Torerfolg durch Spielen des Balles mit dem Fuß verhindert wird, so ist dies kein Vorgang, der nach Regel 12 zu den feldverweiswürdigen Vergehen gehört. Deshalb ist nur das unerlaubte Betreten des Spielfeldes mit einer Verwarnung zu bestrafen. Spielfortsetzung mit einem indirekten Freistoß dort, wo sich der Ball bei der Spielunterbrechung befand. Die Torraumregelung ist zu beachten.


16. Ein Auswechselspieler läuft unerlaubt auf das Spielfeld und bringt einen Spieler der gegnerischen Mannschaft  kurz vor dem Torraum durch einen Fußangriff zu Fall. Dadurch verhindert er, dass dieser Spieler eine klare Torchance nutzen kann. Wie ist nach der Spielunterbrechung durch den Schiedsrichter zu entscheiden?
Durch den Fußangriff verhindert der Auswechselspieler eine klare Torchance, da der Angreifer dadurch den Ball kurz vor dem Tor nicht mehr spielen kann. Dieses Vergehen wird in Regel 12 bei den feldverweiswürdigen  Spielvorgängen aufgeführt. Daher ist der Auswechselspieler mit der Roten Karte auszuschließen. Das Spiel ist  mit einem indirekten Freistoß dort, wo sich der Ball bei der Spielunterbrechung befand, fortzusetzen. Die Torraumregelung ist zu beachten.


17. Ein ausgewechselter Spieler springt nach einem Zweikampf von der Spielerbank auf und läuft wegen eines vom  Schiedsrichter nicht geahndeten Fouls an einem Mitspieler auf das Feld. Der Assistent hebt deshalb die Fahne und  der Schiedsrichter unterbricht deshalb das Spiel. Wie muss entschieden werden, wenn dieser Spieler bereits verwarnt war?
Da das Spiel wegen des bereits ausgewechselten Spielers, der auf das Feld läuft, unterbrochen werden muss, kann die Spielfortsetzung nur mit einem indirekten Freistoß dort, wo sich der Ball befand, erfolgen. Der  ausgewechselte Spieler ist mit „Gelb/Rot” aus dem Innenraum zu verweisen, da er bereits mit einer Verwarnung belastet war.


18. Ein Spieler verliert nach einem Zweikampf einen Schuh. Der Schiedsrichter sieht dies und fordert den Spieler auf,  den Schuh wieder anzuziehen. Nachdem sich der Ball zunächst außerhalb des Spielbereichs dieses Spielers befindet, gelangt er nun in seine Nähe. Nun läuft dieser Spieler in den Spielbereich und spielt, noch mit einem Schuh, den Ball. Wie ist zu entscheiden?
Zunächst hat der Schiedsrichter richtig entschieden, das Spiel nicht zu unterbrechen und den Spieler aufzufordern, den Schuh wieder anzuziehen. Da dieser Spieler anschließend den Ball mit nur einem Schuh spielt, muss das Spiel unterbrochen werden. Die Verwarnung entfällt. Das Spiel ist mit einem indirekten Freistoß dort, wo der Ball gespielt wurde, fortzusetzen.


19. Dürfen Spieler Schmuck, der eine Gefahr für den Gegner darstellen kann, mit Klebeband abdecken?
Jede Art von Schmuck ist nach den gültigen Festlegungen als gefährlich einzustufen. Daher ist das Tragen  von Schmuck ohne jede Ausnahme verboten. Der Schmuck darf auch nicht mit Klebeband abgedeckt werden.  Dies betrifft auch Ringe, Ohrringe sowie Leder- oder Gummibänder, die ebenfalls nicht getragen werden dürfen.


20. Obwohl vom Schiedsrichter-Team die Ausrüstung vor dem Spiel überprüft wurde, stellt der Schiedsrichter  während des Spiels fest, dass ein Spieler einen Ring trägt. Wie muss sich der Schiedsrichter nun verhalten und  entscheiden?
Leider wurde vor dem Spiel der Ring bei der Kontrolle der Ausrüstung nicht entdeckt. Das Spiel ist deshalb nicht zu unterbrechen. In der nächsten Spielunterbrechung muss der Spieler aufgefordert werden, den Ring abzulegen. Erst danach darf er wieder am Spiel teilnehmen. Eine Verwarnung ist nicht auszusprechen, da der  Vorsatz der Unsportlichkeit nicht eindeutig ist. Kann der Ring nicht sofort abgelegt werden, muss der Spieler das Feld verlassen.

21.  Nach einem „gefährlichen Spiel” eines Abwehrspielers entscheidet der Schiedsrichter kurz vor dem  Strafraum auf indirekten Freistoß für die Angreifer. Nachdem der regelgerechte Abstand der Abwehrspieler vor der Ausführung erreicht wurde, vergisst der Schiedsrichter das Heben eines Armes und gibt das Spiel frei. Der Ball wird ohne weitere Berührung auf das Tor getreten und vor Überschreiten der Torlinie von einem Verteidiger absichtlich mit der Hand aufgehalten. Anschließend prallt der Ball von der Hand über das Tor. Wie muss der Schiedsrichter entscheiden?
Bei der Durchsetzung des regelgerechten Abstands der Abwehrspieler vor der Freistoß-Ausführung hat der Schiedsrichter offensichtlich so viel Konzentration verloren, dass er den indirekten Freistoß nicht durch Heben des Armes anzeigt. Durch diesen Schiedsrichter-Fehler darf der ausführenden Mannschaft kein Nachteil entstehen. Einfach wäre die Entscheidung zu treffen, wenn der Ball ohne weitere Berührung ins Tor geschossen worden wäre: Der Freistoß hätte wiederholt werden müssen. Bei dem beschriebenen Spielvorgang wird der Ball zunächst korrekt ins Spiel gebracht und dann von einem weiteren Spieler berührt. Durch diese Berührung sind die einschränkenden Bestimmungen bezüglich der Ausführung und Wirkung eines indirekten Freistoßes nicht mehr relevant. Deshalb kann es auch keine Wiederholung mehr geben. Es muss daher wegen des Handspiels auf Strafstoß entschieden werden. Bei der Bemessung der Disziplinarstrafe ist zu berücksichtigen, dass, obwohl die Anzeige durch den Schiedsrichter fehlte, auf indirekten Freistoß entschieden wurde. Somit ist der Abwehrspieler nur zu verwarnen. Diese Strafe wäre auch erforderlich gewesen, wenn der Schiedsrichter keinen Fehler begangen, also den Arm gehoben hätte. Schwierig ist es in der Praxis, diese Entscheidung zu verdeutlichen. Durch das nachträgliche Heben des Armes bei der Aussprache der Verwarnung und eine Information der Spielführer bestehen Möglichkeiten, mehr Akzeptanz für diese Disziplinarstrafe zu erreichen und dadurch die wenig überzeugende Außenwirkung zu verbessern.

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