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Regeltest DFB-Schiedsrichterzeitung 05/2007 - Lösung


1. Wenige Minuten nach der Halbzeit muss der Schiedsrichter das Spiel wegen eines verwarnungswürdigen Fouls unterbrechen. Dabei bemerkt er, dass der gefoulte Spieler seit Beginn der zweiten Halbzeit als Auswechselspieler für einen anderen Spieler ohne seine Kenntnis und Zustimmung am Spiel teilnimmt. Wie ist zu entscheiden? Worauf ist zu achten?
Der Schiedsrichter hat die Anweisung, sich vor Beginn der zweiten Halbzeit über mögliche Spielerwechsel zu informieren, nicht beachtet. Da die Mannschaft mit nur elf Spielern das Spiel bestreitet, wird der Auswechselspieler mit dem regelgerechten Anstoß zum Spieler. Der Spieler muss wegen des Fouls verwarnt werden. Nach dem Notieren des Spielerwechsels wird das Spiel mit einem direkten Freistoß fortgesetzt.


2. Das Spiel ist wegen eines Fouls unterbrochen. Nachdem der schuldige Spieler deshalb verwarnt wurde, soll er ausgewechselt werden. Beim Verlassen des Spielfelds beleidigt er den Schiedsrichter. Wie ist zu entscheiden, wenn der „neue“ Spieler das Feld noch nicht betreten hat? Mit wie vielen Spielern darf die Mannschaft das Spiel fortsetzen?
Da der „neue Spieler“ das Feld noch nicht mit Zustimmung des Schiedsrichters betreten hat, ist der Wechsel noch nicht vollzogen. Deshalb muss nach dem Feldverweis des schuldigen Spielers das Team das Spiel mit einem Spieler weniger fortsetzen. Spielfortsetzung mit direktem Freistoß.


3. Eine Mannschaft hat bereits alle Spielerwechsel genutzt. Die restlichen Auswechselspieler, die nicht eingesetzt werden können, befinden sich in der Technischen Zone. Um einen Angriff des Gegners zu verhindern, läuft einer dieser nicht mehr einsetzbaren Auswechselspieler auf das Feld und hält einen Gegner fest, der dadurch den Ball nicht erreichen kann. Wie ist zu entscheiden?
Auch wenn das Wechselkontingent bereits voll ausgenutzt wurde, muss der Auswechselspieler zunächst für den unerlaubten Spieleintritt verwarnt und anschließend wegen Haltens mit „Gelb/Rot“ aus dem Innenraum verwiesen werden. Das Spiel ist mit indirektem Freistoß dort, wo sich der Ball bei der Unterbrechung befand, fortzusetzen.


4. Nach einer Freistoß-Entscheidung gegen einen Verteidiger läuft ein Mitspieler zum Schiedsrichter und reklamiert deutlich bei ihm gegen diese Entscheidung. Da das Spiel nicht gestoppt ist, führt ein Angreifer den Freistoß schnell aus und kurz danach erzielt ein Mitspieler ein Tor. Wie soll der Schiedsrichter entscheiden?
Das Spiel wurde nicht gestoppt. Deshalb konnte der Freistoß sofort ausgeführt werden. Der Abwehrspieler hat sich durch seine deutliche Reklamation selbst die Chance genommen, am Spiel teilzunehmen. So liegt kein Grund vor, das Tor nicht anzuerkennen. Vor dem Anstoß ist der Spieler wegen der deutlichen Reklamation noch zu verwarnen.


5. Ein Verteidiger wird neben dem Tor, hinter der Torlinie, behandelt. Als ein Angreifer mit dem Ball am Fuß den Torwart ausgespielt hat, und den Ball auf das leere Tor schießt, läuft dieser Spieler ohne Zustimmung des Schiedsrichters auf das Spielfeld. Er hält den Ball mit der Hand auf und verhindert so ein Tor. Wie ist nun zu entscheiden?
Die Verhinderung eines Torerfolgs mit der Hand ist ein Vergehen, das nach der Regel 12 mit einem Feldverweis zu ahnden ist. Das zusätzliche unerlaubte Betreten des Spielfelds ist bei der Beurteilung des Spielvorgangs unwesentlich. Da das Vergehen durch einen Spieler begangen wurde, muss auf Strafstoß entschieden werden.


6. Unmittelbar vor Ende der ersten Halbzeit schlägt außerhalb des Blickfelds des Schiedsrichters ein Spieler einen Gegner mit dem Ellenbogen. Bevor der Schiedsrichter das Fahnenzeichen des Assistenten wahrnimmt, beendet er mit dem Pfiff die erste Halbzeit. Wie ist durch den Schiedsrichter zu entscheiden, wenn ihm der Vorgang nun sofort durch den Assistenten gemeldet wird? Spielfortsetzung?
Das Vergehen des Spielers erfolgt noch während der ersten Halbzeit. Obwohl die Meldung des Assistenten erst nach dem Pfiff zur Pause erfolgt, muss der erforderliche Feldverweis ausgesprochen werden. Eine Spielstrafe ist nicht mehr möglich. Nach der Pause erfolgt dann der Anstoß.


7. Nach einem Zweikampf gehen ein Verteidiger und ein Angreifer zu Boden. Der Schiedsrichter sieht keine Veranlassung, das Spiel zu unterbrechen. Deshalb wirft der Verteidiger, der innerhalb des Strafraums liegt, den Ball seinem außerhalb des Strafraums befindlichen Gegner aus kurzer Entfernung heftig ins Gesicht. Wie ist zu entscheiden, wenn das Spiel deshalb unterbrochen wird?
Neben dem Handspiel im Strafraum begeht der Verteidiger mit dem heftigen Wurf gegen den Angreifer, der außerhalb des Strafraums getroffen wird, ein zweites Vergehen. Bei zwei Vergehen eines Spielers ist das Schwerere zu bestrafen. Deshalb muss wegen des Handspiels auf Strafstoß entschieden werden. Bei der Disziplinarstrafe ist wegen des heftigen Wurfs auf Feldverweis zu entscheiden.


8. Nach dem Schlusspfiff verlässt das Schiedsrichter-Team zusammen mit beiden Mannschaften das Spielfeld. Als der Schiedsrichter und die Spieler beider Teams bereits außerhalb des Felds den Eingang des „Spielertunnels“ erreicht haben, schlägt ein Spieler einen Gegner. Wie muss der Schiedsrichter darauf reagieren und entscheiden?
Der Schlag des Spielers erfolgt nach dem Schlusspfiff erst vor dem „Spielertunnel“. Da der Schiedsrichter sich nicht mehr auf dem Feld befindet, ist deshalb die Aussprache eines Feldverweises nicht mehr möglich. Der Vorgang muss im Spielbericht aufgeführt werden.


9. Vor der Ausführung eines Einwurfs steht ein Verteidiger zunächst zwei Meter vom Einwerfenden entfernt. Bevor der Ball bei der Einwurf-Ausführung im Spiel ist, verkürzt der Verteidiger diese Entfernung. Er behindert dadurch den einwerfenden Spieler und berührt zusätzlich den Ball. Muss der Assistent eingreifen? Wie muss der Schiedsrichter entscheiden?
Der Verteidiger verkürzt die erforderliche Entfernung von zwei Metern vor dem Zeitpunkt, wo der Ball die Hand verlassen und die Seitenlinie überschritten hat. Da er so den Einwerfenden behindert und den Ball berührt, handelt er unsportlich. Neben der Verwarnung muss auf indirekten Freistoß am Ort der Unsportlichkeit entschieden werden. Der Assistent kann nicht mit einem Fahnenzeichen eingreifen.


10. Ein Angreifer umspielt den Torwart und schießt dann den Ball auf das leere Tor. Ein Auswechselspieler, der sich neben „seinem“ Tor auf eine Einwechslung vorbereitet, läuft auf das Spielfeld und versucht, den Ball vor der Torlinie zu erreichen. Er kann den Ball jedoch erst berühren, nachdem der Ball die Torlinie vollständig überschritten hat. Wie muss der Schiedsrichter entscheiden?
Der Auswechselspieler betritt zwar unerlaubt während des laufenden Spiels das Feld, kann aber den Ball erst berühren, als er die Torlinie völlig überschritten hat. Da er deshalb nicht ins Spiel eingreift, muss das Tor anerkannt werden. Allerdings ist der Auswechselspieler wegen des unerlaubten Eintritts vor dem Anstoß zu verwarnen.


11. Ein Tor wird erzielt. Vor dem Anstoß stellt der Schiedsrichter fest, dass die Mannschaft, die das Tor erzielt hat, zum Zeitpunkt der Torerzielung aus zwölf Spielern bestand. Wie muss der Schiedsrichter entscheiden, wenn er nach Prüfung seiner Spielnotizkarte sicher ist, dass der Torschütze als zwölfter Spieler am Spiel teilgenommen hat? Ort der Spielfortsetzung?
Das Tor wurde erzielt, als die Mannschaft aus zwölf Spielern bestand. Es kann daher nicht anerkannt werden. Da der zwölfte Spieler auch der Torschütze ist, muss er wegen der unerlaubten Teilnahme am Spiel verwarnt werden. Das Spiel muss mit einem indirekten Freistoß aus dem Torraum fortgesetzt werden. Zuvor ist die Mannschaft auf elf Spieler zu reduzieren.


12. Der Assistent zeigt eine strafbare Abseitsstellung an. Bevor der Schiedsrichter das Fahnenzeichen wahrnehmen und pfeifen kann, tritt ein Abwehrspieler dem Angreifer gewaltsam in die Beine und bringt ihn dadurch zu Fall. Deshalb unterbricht der Schiedsrichter das Spiel. Wie muss sich der Assistent verhalten und der Schiedsrichter dann entscheiden?
Grundlage für die Beurteilung des Vorgangs ist die zunächst erfolgte Anzeige einer strafbaren Abseitsstellung. Deshalb muss der Assistent die Anzeige so lange beibehalten, bis sie der Schiedsrichter nach dem Pfiff wegen des gewaltsamen Tritts erkennt. Danach ist auf indirekten Freistoß wegen der Abseitsstellung zu entscheiden. Der Verteidiger muss des Feldes verwiesen werden.


13. Schiedsrichter und Assistent bemerken zunächst nicht, wie ein Auswechselspieler ohne Zustimmung das Feld betritt und als zwölfter Spieler am Spiel teilnimmt. Nachdem gegen diese Mannschaft ein Tor erzielt wurde, stellt der Schiedsrichter nun aufgrund eines Hinweises des Assistenten vor dem Anstoß diesen Sachverhalt fest. Wie muss er entscheiden
und reagieren?
Es wäre wünschenswert gewesen, wenn der Assistent die Anwesenheit des zwölften Spielers nicht erst nach der Torerzielung erkannt und gemeldet hätte. Da jedoch das Tor gegen die Mannschaft, die aus zwölf Spielern besteht, erzielt wird, ist das Tor anzuerkennen. Der Auswechselspieler ist zwingend zu verwarnen und muss das Feld verlassen.


14. Da sich ein klarer „Vorteil“ ergibt, verzichtet der Schiedsrichter auf den Pfiff und die notwendige Verwarnung. Nach einigen Spielzügen muss er wegen eines erneuten Fouls gegen die Mannschaft, die auch das erste Vergehen beging, kurz vor dem Strafraum auf Freistoß entscheiden. Dieser Freistoß wird, um einen „Vorteil“ zu nutzen, schnell ausgeführt. Wie soll sich der Schiedsrichter nun verhalten und entscheiden?
Wenn nach einem verwarnungswürdigen Foul das Spiel, auch vor dem gegnerischen Strafraum, wieder unterbrochen werden muss, ist mit der Freistoß-Ausführung nicht erneut „Vorteil“ zu gewähren, da dann keine Verwarnung mehr ausgesprochen werden kann. Deshalb stimmt der Schiedsrichter der Spielfortsetzung nicht zu und spricht die Verwarnung aus. Danach ist das Spiel mit direktem Freistoß fortzusetzen.


15. Bei der Strafstoß-Ausführung läuft ein weiterer Angreifer vor dem Zeitpunkt, wo der Ball durch den Schützen ins Spiel gebracht wurde, in den Strafraum. Der Ball prallt vom Torwart in die Richtung dieses Spielers. Bevor der Spieler jedoch den Ball erreichen kann, wird er von einem Abwehrspieler festgehalten. Wie ist durch den Schiedsrichter zu reagieren und zu entscheiden? Ort der Spielfortsetzung?
Der Angreifer ist vor der Strafstoß-Ausführung in den Strafraum gelaufen. Deshalb muss das Spiel sofort unterbrochen werden, wenn der Ball vom Torwart abgewehrt wird. So werden Problem-Situationen vermieden. Das Spiel ist mit indirektem Freistoß dort, wo der Angreifer zu früh in den Strafraum lief, fortzusetzen. Das Festhalten ist nicht zu bestrafen.


16. Strafstoß-Ausführung während des Spiels. Nachdem alle Voraussetzungen für die Ausführung geschaffen sind, läuft vor dem Pfiff des Schiedsrichters der identifizierte Schütze an und schießt den Ball neben das Tor. Wie ist durch den Schiedsrichter zu reagieren
und zu entscheiden?
Die Strafstoß-Ausführung muss zwingend durch den Pfiff freigegeben werden. Wenn der identifizierte Schütze vorher anläuft, soll das Spiel möglichst noch vor dem Schuss sofort unterbrochen werden. Wenn dies nicht mehr gelingt, muss die Ausführung wiederholt werden. Dabei ist das Ergebnis der Ausführung ohne Einfluss auf diese Entscheidung.


17. Ein Auswechselspieler wartet auf seine Einwechslung. Als sich das Spielgeschehen in seinen Bereich verlagert, läuft er ohne Anmeldung auf das Feld. Bevor deshalb eine Unterbrechung erfolgen kann, wird der Auswechselspieler von einem gegnerischen Spieler mit den Händen gegen die Brust geschubst. Nun erfolgt die Unterbrechung. Welche Entscheidungen sind erforderlich? Ort der Spielfortsetzung?
Das erste Vergehen, das unerlaubte Betreten des Feldes durch den Auswechselspieler, ist mit indirektem Freistoß zu bestrafen. Die Spielfortsetzung erfolgt dort, wo sich der Ball im Moment der Unterbrechung befand. Der Auswechselspieler und der Gegner, der schubst, sind zu verwarnen.


18. Während des laufenden Spiels verliert ein Spieler einen Schienbeinschoner und wirft ihn anschließend über die Seitenlinie aus dem Spielfeld. Wie muss der Schiedsrichter entscheiden, wenn er den Vorgang wahrnimmt?
Nach den Strafbestimmungen der Regel 4 ist das Spiel nicht zu unterbrechen, wenn ein Spieler einen Schienbeinschoner über die Seitenlinie wirft. Während der nächsten Spielunterbrechung muss der Schiedsrichter veranlassen, dass der Spieler die Ausrüstung wieder vervollständigt. Erst danach darf er wieder am Spiel teilnehmen.


19. Während der Ball im Spiel ist, läuft ein Abwehrspieler zum Assistenten und protestiert heftig wegen einer nach seiner Meinung erforderlichen, aber nicht erfolgten Abseitsanzeige. Er verlässt dabei das Spielfeld und schubst den Assistenten mit der Hand gegen den Oberkörper. Wie müssen der Assistent und der Schiedsrichter entscheiden? Ort der Spielfortsetzung?
Nach dem Verlassen des Spielfelds stößt der Abwehrspieler den Assistenten mit der Hand gegen den Körper. Dieses Vergehen ist sofort mit der Fahne anzuzeigen. Nach dem erforderlichen Feldverweis wird das Spiel mit indirektem Freistoß dort, wo sich der Ball bei der Unterbrechung befand, fortgesetzt. Ein Spielabbruch erscheint wegen des Vergehens noch nicht erforderlich.


20. Ein Auswechselspieler bereitet sich unmittelbar neben dem eigenen Tor auf die Einwechslung vor. Als der Ball auf das vom Torwart verlassene Tor fliegt, läuft er auf das Spielfeld und versucht, mit der Hand den Ball vor Überschreiten der Torlinie aufzuhalten. Dabei wird der Ball nur berührt, fliegt aber ins Tor. Wie ist zu entscheiden? Ort der Spielfortsetzung?
Der Auswechselspieler betritt unerlaubt das Feld. Da der Ball vor Überschreiten der Torlinie mit der Hand berührt wird, erfolgt eine Torverhinderung im Sinne der Regel 12. Dafür ist der Auswechselspieler mit der Roten Karte aus dem Innenraum zu verweisen. Das Tor darf nicht anerkannt werden. Spielfortsetzung mit indirektem Freistoß auf der Torraumlinie.


21. Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel, weil ein Spieler einen Schuh verloren hat. Handelt er richtig, wenn sich dieser Spieler außerhalb des Spielgeschehens befindet? Wie und wo muss das Spiel fortgesetzt werden?
Da sich der Spieler, der einen Schuh verloren hat, außerhalb des Spielablaufs befindet, ist eine Spielunterbrechung nicht richtig. Nun soll der Spieler aufgefordert werden, den Schuh wieder anzuziehen. Danach ist das Spiel mit Schiedsrichter-Ball dort, wo sich der  Ball bei der Unterbrechung befand, fortzusetzen.


22. Bei der Strafstoß-Ausführung täuscht der Schütze den Torwart, indem er nicht in einem Zug zum Ball läuft, sondern den Anlauf unterbricht. Der Ball prallt vom Pfosten zu einem Mitspieler des Schützen, der erst nach der Strafstoß-Ausführung in den Strafraum gelaufen war. Wie muss der Schiedsrichter reagieren und entscheiden? Ort der Spielfortsetzung?
Wenn bei der Strafstoß-Ausführung der Schütze unerlaubt täuscht, ist das Spiel sofort zu unterbrechen, wenn der Ball vom Pfosten zu einem Mitspieler prallt, der korrekt in den Strafraum gelaufen ist. So wird der Torschuss dieses Spielers verhindert. Spielfortsetzung mit indirektem Freistoß am Strafstoßpunkt. Der Schütze ist zu verwarnen.

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