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Regeltest DFB-Schiedsrichterzeitung 03/2008 - Lösung


1. Ein verletzter Angreifer befindet sich außerhalb des Spielfelds neben dem Tor. Aus Verärgerung wirft ihm der Torhüter einen Gegenstand (hier Trinkflasche) heftig gegen den Körper. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt nicht unterbrochen. Welche Entscheidungen muss der Schiedsrichter treffen?
Rote Karte gegen den Torhüter. Spielfortsetzung indirekter Freistoß, wo sich der Ball bei der Spielunterbrechung befand.


2. Ein Auswechselspieler steht außerhalb des Spielfelds und wirft während des laufenden Spiels einen Gegenstand einem auf dem Spielfeld stehenden Gegenspieler heftig an den Kopf. Welche Entscheidungen muss der Schiedsrichter treffen?
Rote Karte gegen den Auswechselspieler. Indirekter Freistoß, wo sich der Ball bei der Spielunterbrechung befand.


3. Ein Auswechselspieler steht außerhalb des Spielfelds und wirft während des laufenden Spiels einen Ersatzball einem auf dem Spielfeld stehenden Mitspieler heftig an den Kopf. Welche Entscheidungen muss der Schiedsrichter treffen?
Rote Karte gegen den Auswechselspieler. Indirekter Freistoß, wo sich der Ball bei der Spielunterbrechung befand.


4. Ein Torhüter wirft während des laufenden Spiels einen Gegenstand einem Gegenspieler, der außerhalb des Strafraums steht, heftig gegen den Köper. Welche Entscheidungen muss der Schiedsrichter treffen?
Rote Karte gegen den Torhüter. Direkter Freistoß am Tatort, also wo der Spieler  getroffen wurde.


5. Ein Torhüter nimmt während des laufenden Spiels außerhalb des Strafraums einen Gegenstand in die Hand und wirft ihn einem im Strafraum stehenden Gegenspieler an den Kopf. Welche Entscheidungen muss der Schiedsrichter treffen?
Rote Karte gegen den Torhüter. Strafstoß. Der Tatort ist dort, wo der Spieler getroffen wurde.


6. Ein Auswechselspieler, der sich hinter seinem eigenen Tor warm macht, sieht, wie ein Ball auf das leere Tor fliegt. Daraufhin läuft der Auswechselspieler auf das Spielfeld, kann den Ball auch noch erreichen und berührt ihn. Er kann aber nicht verhindern, dass der Ball trotzdem ins Tor geht. Welche Entscheidungen muss der Schiedsrichter treffen?
Gelbe Karte gegen den Auswechselspieler. Das Tor ist anzuerkennen (Vorteil). In Regel 3 gibt die FIFA vor, dass eine Unterbrechung nicht umgehend erfolgen muss, wenn der Schiedsrichter die Vorteilregel anwenden kann.


7. In der 90. Spielminute schlägt ein Torhüter während des laufenden Spiels im eigenen Strafraum einen Gegenspieler. Der Assistent hebt sofort die Fahne. Der Schiedsrichter beendet das Spiel jetzt und sieht erst danach das Fahnenzeichen. Nach dem Schlusspfiff begibt er sich sofort zu seinem Assistenten, der ihn über den Vorfall informiert. Welche Entscheidungen muss der Schiedsrichter jetzt treffen?
Rote Karte gegen den Torhüter. Die Strafgewalt des Schiedsrichters endet erst mit Verlassen des Spielfelds. Daher ist eine Disziplinarstrafe noch möglich. Ein Strafstoß kann dagegen nicht mehr verhängt werden, da mit dem Schlusspfiff das Spiel beendet ist.


8. Während einer Einwurf-Ausführung verkürzt ein Gegenspieler den Abstand auf einen Meter. Der Ball kommt dabei ins Spiel, bevor der Schiedsrichter eingreifen kann. Der einwerfende Spieler wird behindert. Welche Maßnahmen muss der Schiedsrichter treffen?
Gelbe Karte gegen den Gegenspieler. Indirekter Freistoß für die einwerfende Mannschaft. Beim Einwurf ist ein Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten. Falls dies nicht geschieht, handelt es sich um eine Unsportlichkeit.


9. Unmittelbar am Strafraum wird ein Angreifer von einem Abwehrspieler regelwidrig zu Fall gebracht. Der Schiedsrichter ist sich nicht ganz sicher, ob das Foul innerhalb oder außerhalb des Strafraums stattfand, entscheidet trotzdem spontan auf Strafstoß und läuft Richtung Strafstoßmarke. Da bemerkt er ein deutliches Zeichen seines Assistenten, dass das Foul außerhalb des Strafraums erfolgte. Wie soll der Schiedsrichter entscheiden?
Zunächst hat der Schiedsrichter den Fehler gemacht, dass er spontan auf Strafstoß entschieden und erst dann den Blick zum Assistenten gerichtet hatte. Da er sich bei seiner Entscheidung nicht absolut sicher war, sollte er seine Entscheidung korrigieren und auf direkten Freistoß für die Angreifer entscheiden.


10. Ein direkter Freistoß für die angreifende Mannschaft wird in Strafraumnähe schnell ausgeführt, obwohl sich die Abwehrspieler noch nicht auf die Freistoß- Ausführung eingestellt haben. Der Ball geht unberührt ins Tor. Der Schiedsrichter befand sich nicht unmittelbar bei den Spielern und hatte auch keinerlei Zeichen gegeben. Nach der Torerzielung protestieren die Abwehrspieler. Wurde das Tor korrekt erzielt?
Das Tor wurde korrekt erzielt. Ein Freistoß muss nur dann mit Pfiff freigegeben werden, wenn zuvor eine Persönliche Strafe ausgesprochen oder der Abstand der „Mauer“ hergestellt wurde. Wichtig dabei ist natürlich auch, dass beispielsweise nicht der Schiedsrichter mit den Abwehrspielern spricht und sie vom Spielgeschehen ablenkt.


11. Bei einer Strafstoß-Ausführung bleibt der Schütze etwa einen Meter vor dem Ball kurz stehen, irritiert damit den Torhüter und schiebt den Ball anschließend ins Tor. Wie hat der Schiedsrichter zu entscheiden?
Wiederholung des Strafstoßes und Gelbe Karte für den Schützen wegen einer Unsportlichkeit (unsportliche Täuschung).


12. Darf Schmuck mit Klebeband abgedeckt werden?
Nein, das Abdecken von Schmuck mit Klebeband ist nicht gestattet. Auch der Schiedsrichter darf (außer einer Uhr) weder Schmuck tragen noch diesen gegebenenfalls mit Klebeband abdecken.


13. Vor der Ausführung eines Freistoßes läuft ein Abwehrspieler zu früh aus der „Mauer“. Dem Schützen gelingt es trotzdem, ein Tor zu erzielen. Wie hat der Schiedsrichter zu entscheiden?
Das Tor wird anerkannt. Auf die Gelbe Karte wird verzichtet, da ein Tor erzielt wurde und der Freistoß nicht wiederholt werden muss.


14. Unmittelbar vor dem Assistenten hält bei einer Freistoß-Ausführung ein Abwehrspieler die vorgeschriebene Entfernung nicht ein. Dem Assistenten gelingt es nicht, den Abwehrspieler auf die richtige Entfernung zu bringen. Wie sollen sich der Assistent und der Schiedsrichter verhalten?
Wenn es dem Assistenten nicht gelingt, den Abwehrspieler auf die richtige Entfernung zu bringen, muss er die Fahne heben. Der Schiedsrichter muss dann an den Freistoßort laufen und den Abwehrspieler zwingend verwarnen. Eine Ermahnung reicht nicht mehr aus.


15. Nach einer Torerzielung stellt der Schiedsrichter fest, dass sich von dieser Mannschaft ein Auswechselspieler auf dem Spielfeld befand. Wie muss der Schiedsrichter entscheiden?
Befindet sich zum Zeitpunkt der Torerzielung ein zusätzlicher Spieler, Auswechselspieler, ausgewechselter Spieler oder Team-Offizieller auf dem Spielfeld, so wird das Tor nicht anerkannt und das Spiel mit einem indirekten Freistoß aus dem Torraum fortgesetzt.


16. Bei der Ausführung eines indirekten Freistoßes innerhalb des gegnerischen Strafraums berührt der erste Spieler den Ball, der sich nur ein klein wenig bewegt. Ein Mitspieler schießt den Ball ins Tor. Welche Entscheidung muss der Schiedsrichter treffen?
Das Tor ist anzuerkennen. Es genügt, wenn sich der Ball bei einem indirekten Freistoß bewegte und dann noch von einem anderen Spieler berührt oder gespielt wurde.


17. Ein bereits verwarnter Spieler begeht ein weiteres verwarnungswürdiges Foulspiel. Der Schiedsrichter erkennt aber einen Vorteil für die gegnerische Mannschaft und lässt das Spiel weiterlaufen, um in der nächsten Spielunterbrechung dann mit „Gelb/Rot“ den Spieler des Feldes zu verweisen. Ist dies möglich, oder muss der Schiedsrichter das Spiel sofort unterbrechen?
Regeltechnisch ist es möglich, den Vorteil anzuwenden und in der nächsten Spielunterbrechung die erforderliche Persönliche Strafe (Disziplinarstrafe) auszusprechen. Wir geben aber die Anweisungen und den Ratschlag, in solchen Fällen mit der Vorteilanwendung sehr sorgsam umzugehen. Bei Gelben Karten wird es wohl kein größeres Problem darstellen. Bei erforderlichen Gelb/Roten oder gar Roten Karten sollte der Vorteil nur dann angewendet werden, wenn er in den nächsten Sekunden eintritt und der Schiedsrichter, falls der Vorteil nicht eintritt, gegebenenfalls zurückpfeifen kann.


18. Nach 90 Spielminuten zeigt der Schiedsrichter an, dass er zwei Minuten nachspielen lassen wird, da die Gäste mehrfach die Zeit verzögert hatten. Kurz danach erzielen die Platzherren die 1:0-Führung. Kann der Schiedsrichter das Spiel jetzt sofort beenden?
Nein. Angezeigte Nachspielzeit muss der Schiedsrichter auch tatsächlich nachspielen lassen und kann sie nicht abkürzen. Verlängern kann er sie dagegen, wenn sich in der Nachspielzeit weitere Zeitverzögerungen ergeben (Verletzungen, Auswechslungen usw.).


19. Ein Abwehrspieler spielt einen Freistoß von außerhalb des Strafraums zu seinem Torhüter. Jetzt sieht der Abwehrspieler, dass der Ball nicht vom Torhüter erreicht werden kann, sondern ein gegnerischer Angreifer den Ball erreichen wird. Deswegen läuft der Freistoßschütze zum Ball, erreicht ihn auch vor dem Angreifer, kann den Ball aber nur noch ins eigene Tor lenken. Welche Entscheidung muss der Schiedsrichter treffen?
Tor. Anstoß. Das zweimalige Spielen des Balles stellt zwar eine Regelwidrigkeit dar, aber im Sinne der Vorteilanwendung ist auf Tor zu entscheiden. Nach der Freistoß- Ausführung war der Ball korrekt im Spiel, daher ist eine Vorteil-Anwendung möglich und richtig.


20. Ein weiter Ball kommt zum Torhüter, der den Ball zwar aufnehmen könnte, ihn aber von den Handflächen abklatschen lässt. Anschließend führt er den Ball mit den Füßen bis zur Strafraumlinie, nimmt ihn mit den Händen auf und schlägt ihn ab. Wie muss der Schiedsrichter entscheiden?
Diese Spielweise ist nicht erlaubt. Indirekter Freistoß gegen den Torhüter ist die richtige Entscheidung. Das Abklatschen des Balles gilt als Freigabe nach kontrollierter Ballaufnahme durch den Torhüter. Danach darf er den Ball erst wieder mit den Händen berühren, wenn ihn ein anderer Spieler berührt oder gespielt hat (dabei ist aber die „Rückpassregel“ zusätzlich zu beachten).

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